Dipl.-Ing. für CV – Teil 4 – Praktikum und Perspektiven
29.02.2008
Hier folgt der letzte Teil des angefragten Berichts über mein Praktikum. In den vorigen drei Teilen widmete ich mich der Frage: Wieso Praktikum, wenn mich mein Abschluss für Höheres qualifiziert? Hier beantworte ich die Frage zum Inhalt des Praktikums.
Nicht umsonst dehnte ich den Bericht über mehrere Wochen: Heute ist mein letzter PraktikumsUrlaubstag. Zu gern wollte ich am Ende dieses Berichts wissen, wie es danach weitergeht, um auch ein persönliches Fazit ziehen zu können.
Teil 1: Einleitung, Eintrag vom 1.2.08
Teil 2: Studium und Hintergrund, Eintrag vom 8.2.08
Teil 3: Studienabschluss und Jobsuche, Eintrag vom 16.2.08
Teil 4: Praktikum und Perspektiven

Welche verwertbaren Kenntnisse konnte ich nach meinem Studium vorweisen?
- Java (vom Industriepraktikum 2004/2005)
- Flash/Actionscript (von meiner Diplomarbeit 2006/2007)
- HTML und PHP (Hobby seit ca 2000)
- SQL (Grundlagen aus der Uni)
- Bildbearbeitung (Paint Shop Pro, Hobby seit ca 2003)
- XML und Webservices (vom Industriepraktikum 2004/2005)
Das war irgendwie noch nicht so viel: Vor allem da es viel Grundlagenwissen, aber kaum tiefe Kenntnisse und umfangreiche Erfahrungen beinhaltete.

In welchen Bereichen war ich daran interessiert, meine Kenntnisse zu erweitern?
- AJAX und Web2.0
- Flash/Actionscript
- Bildbearbeitung

Einige allgemeine Sätze zum Praktikum
Das zunächst für das Praktikum vorgesehene halbe Jahr kam mir zu lang vor, man einigte sich mit mir auf vier Monate: vom 1. November 2007 bis 29. Februar 2008. Die Konditionen hiessen 9-18 Uhr Vollzeit, 2 Urlaubstage pro Monat, und eine gar nicht sooo schlechte Vergütung.
Die Arbeitsstelle befand sich 15 Autominuten von meinem Zuhause entfernt und ich teilte mir die ersten zwei Monate mit zwei weiteren Praktikantinnen ein kleines Büro mit großem Fenster, die letzten beiden dann dasselbe mit einem Festangestellten.
Die Arbeitsatmosphäre war von Anfang an sehr gut, locker, jung, motiviert und lustig. Die Kollegen und auch die Vorgesetzten waren und sind überaus nett und hilfsbereit (und menschlich).
Bereits im Vorstellungsgespräch wurde eine spätere Übernahme in Aussicht gestellt. Das setzte sich auch im Laufe der vier Monate fort. Leider ist eine Festanstellung aus aktuellen betrieblichen Gründen momentan nicht möglich, ist aber dennoch weiterhin geplant.

Was waren meine Aufgaben und Tätigkeitsbereiche?
- Entwicklung kleinerer PHP-Projekte
- Contentpflege und Tagesgeschäft mit RedDot
- kleinere Bildbearbeitungen mit Photoshop
- Arbeiten am Frontend der Buchungssoftware mit XSLT und XML
- kleinere CSS Aufgaben
- JavaScript/AJAX, wenn der Einsatz von PHP ungeeignet war
Kurzum: Die Aufgaben sind angenehm vielseitig. Im Grunde fühlte ich mich fast nie so wirklich „nur“ als Praktikantin, da ich ganz gut ins Team integriert wurde und auch nur fachlich gefordert wurde (dh weder Kaffeekochen noch Kopieren…)

Welche fachlichen Kenntnisse habe ich während des Praktikums erworben?
Zunächst einmal ist PHP eine unglaublich mächtige Sprache: man kann PDFs, Bilder, ja sogar Flash damit erzeugen. Na gut, die Stringfunktionen hinken denen von Java beträchtlich hinterher, aber ansonsten mag ich PHPs Komplexität ziemlich gern. Aber ich muss noch lernen, wie man ordentlich objektorientiert damit arbeitet *^^*
Content Management Systeme können ziemlich nervig sein und als Informatiker wünscht man sich, während man damit arbeitet und zehntausendmal klicken muss, es doch am liebsten gleich ganz neu zu schreiben. Aber dieser Wunsch hält nur ganz kurz bei mir an 😉
Ich kann mich mit Photoshops Ebenen noch immer nicht so ganz anfreunden. Ich bin wohl doch eher ein Pixelschubser. Und mein Paint Shop Pro 9 beherrsche ich momentan immernoch wesentlich besser. (Und ja, manchmal benutze ich da auch Ebenen)
Über CSS, Javascript und AJAX habe ich in diesen vier Monaten unheimlich viel gelernt. Ich verstehe immernoch längst nicht alles, und mit AJAX habe ich bisher auch noch nicht im Detail gearbeitet, aber mein Kenntnisstand hat sich schonmal um ein Vielfaches erweitert.

Was ich sonst noch so gelernt habe…
In erster Linie vor allem das, was Uwe immer gern sagt: Andere kochen auch bloss mit Wasser. Ausserdem habe ich bemerkt, dass drei Dinge (in exakt der Reihenfolge) an einem Job wichtig sind: 1) das Arbeitsumfeld, 2) die Aufgaben und 3) das Einkommen (Soll heissen: das Einkommen ist im Grunde am wenigsten wichtig ist, sofern Umfeld und Aufgaben stimmen).
Ausserdem schätze ich die Einblicke in wirtschaftliche Aspekte, die man als Nicht-BWLer, Nicht-WiWi und Nicht-WIFler aus dem Studium schlichtweg nicht mitbringt. Wie funktioniert Werbung, Kundenbindung, Kundengewinnung, Gewinnspiele, Marketing, Zusammenspiel verschiedener interner Abteilungen, Newsletter, usw.

Nach dem Ende des Praktikums wurde mir übergangsweise eine Anstellung als Aushilfe angeboten. Gleiche Konditionen wie beim Praktikum, mit etwas mehr Gehalt. Dennoch werde ich -wohl oder übel- nebenbei weiter suchen, denn eine Festanstellung ist momentan das Wichtigste: Irgendwann muss das Gehalt ja auch endlich mal zu mehr als Überleben reichen.
Durch das Praktikum haben sich meine Interessen gefestigt: ich weiss jetzt stärker was ich gern machen möchte, was mir wichtig ist und welche konkreten Ansprüche an einen Job ich habe.
Die fachlich Perspektive im Rahmen des Aushilfsjobs ist auch garnicht übel: wenn alles klappt, kann ich mir demnächst sogar noch Kenntnisse in C# und .NET aneignen. Das wär richtig cool, denn C# hat gewisse Ähnlichkeiten mit Java (auch wenn ich mich dann mit dem ganzen Pointer-Quatsch auseinander setzen muss). Ich hoffe weiterhin, noch fitter in Flash, JavaScript/AJAX, OOP, SQL und CSS zu werden.